Das große xTown-Jeansexperiment
7. Dezember 2008 von CRen
[Aktueller Song: "Rescue Me" von Bell, Book & Candle]
Eine Jeans soll man nicht waschen. Das zumindest habe ich mal irgendwo gelesen. Die bleicht dabei aus und wird fadenscheinig und überhaupt ekelhaft eng, dass man nach dem Waschen erstmal wie diese Hühner in dieser Werbung für irgendein Waschpulver herumspringen muss, damit die Hose wieder sitzt. Und das hasse ich wirklich wie die Pest!
Drum habe ich, experimentierfreudig wie ich bin, nun einen Versuch gestartet:
Wie lange kann man eine Jeans tragen, bis sie entweder unterträglich stinkt oder von alleine in der Ecke steht? Und was passiert, wenn es so weit ist?
Zu diesem Zweck habe ich mir vergangene Woche Samstag meine Lieblingsjeans, eine Lee Denver Flare, angezogen und seither nicht mehr gewechselt und nur zum Schlafen ausgezogen. Natürlich war die auch gestern mit in Düsseldorf. Das Ergebnis, heute, eine Woche später: die Jeans sitzt bequem wie nie. Sie stinkt nicht, bestenfalls nach Rauch, aber den Geruch trage ich ja sowieso wie eine Dunstglocke überall mit mir herum.
Interessant ist dabei die Konsistenz der Hose: “Seifig” wäre wohl der beste Begriff, um zu umschreiben, wie sich die Jeans anfasst, offensichtlich ein Resultat der während dem Tragen abgeschabten Haut, des Schweißes und der allgemeinen Umgebungsdreckigkeit, die man ja gerade hier in Düsseldorf nicht vernachlässigen sollte. Der sichtbare Dreck hingegen hält sich in Grenzen, das ist mehr eine Art Grundschmutzigkeit, die die Jeans ein wenig grau erscheinen lässt. Ansonsten ist sie aber in bester Verfassung.
Die Idee, dass eine Jeans stehen konnte, kam mir das erste Mal als Kind, weil meine Mutter mir immer sagte, dass das ja so dreckig sei, dass man es in die Ecke stellen könnte. Leider konnte ich entsprechende Experimente damals nur mit Socken machen, die, man mag es kaum glauben, nach einer Tragzeit von rund zwei Wochen tatsächlich überaus hart werden. Mit Jeans hingegen hatte ich es bislang nicht ausprobiert. Aber, und da muss ich heute meiner Mutter widersprechen: Diese Jeans wird auch niemals vor Schmutz stehen, sie fühlt sich eher an, als ob sie sich unter Wasser mit erheblicher Schaumbildung auflösen würde.
Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn man sich Bier oder Cola über die Hose kippt: Dann wird sie tatsächlich binnen kürzester Zeit hart. Um mein Experiment nicht zu gefährden, halte ich mich deshalb von entsprechenden Flüssigkeiten fern.
Interessant ist allerdings die Metamorphose des Beinendes: Dessen Abnutzung scheint sich mit zunehmender Tragzeit zu beschleunigen. Ein Phänomen, dem es nachzuforschen gilt. Allerdings nicht dieses Mal, da ich diese Jeans jetzt in die Wäsche werfe. So langsam wird sie nämlich dann doch recht ekelhaft.
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Geschrieben in Allgemein | 0 Kommentare | Tags: Bier, Experiment, Gestank, Hose, Jeans, Metamorphose, Seife, Seifig
