[Aktueller Song: "Jamming" von Bob Marley & The Wailers]
Es gibt wohl kaum einen Kiffer-Klischee-Song wie den oben Genannten. Vielleicht noch irgendwas von Cypress Hill (…aber nur die alten Sachen!) oder “Itchycoo Park” von den Small Faces. Bevor Ihr jetzt denkt, ich würde meinen Freitagabend mit gekauftem Internet vom Hotel nebenan und schlechtem Dope vom Dealer um die Ecke verbringen, täuscht Ihr Euch. Sowas mache ich nämlich nicht, also das mit dem Dope. Mir fiel das mit den Songs nur gerade ein, während mein iTunes sich fröhlich durch rund 2500 Meisterwerke postmoderner Popkultur shuffelt, die ich mir übrigens ALLE gekauft habe.
Wie dem auch sei, Kiffer-Mucke. Wenn nicht gerade Hendrix, Marley oder der Cypressen-Hügel oder eine ähnlich unangenehme Hip-Hop-Gruppe wie DMX in einer Kifferbude laufen, müssten eigentlich die Small Faces her. “What did you do there? Well, I got high…” Aber ich glaube, ich kenne den Grund, warum Itchycoo Park vollends vergessen wurde. Denn so ein richtiger Kiffersong ist das nicht, da fehlt die Härte. Im Grunde ist’s ein schwuchteliges Gejammer vom Stil eines Paul Simon, wenn nicht sogar Art Garfunkel. Doch genau das ist doch das Schöne an diesem Song. Er hat keine unangenehmen Bässe, die dem Kiffer als bunte Ringe aus den Boxen direkt in den Magen schlagen, wie zum Beispiel Songs von DMX.
Und man wird von “Itchycoo Park” auch nicht paranoid wie von Hendrix und Cypress Hill, was ja schon abstinenten Personen zu verhindern schwer fällt. Und der gute Bob Marley? Der hat diese fiesen Rasta-Bässe, von denen ich noch nie verstanden habe, wieso Kiffer gerade die gut finden. Dann kommen so Sätze wie “das entspannt, Alter”, “mach’ mal Repeat, Alter” oder “spürst Du die Vibes, Mann?” wenn Kiffer beim Kiffen Bob Marley hören. Das ist doch anstrengend!
Dann doch lieber Itchycoo-Park, auch wenn die Small Faces sicherlich nicht gerade zu den Vorreitern der 68er-Kiffer-Bewegung gehören. By the way: Ich mag ja dieses Lied aus diesem Film über diese Alte, die sich einmal quer durch die Kommune 1 gevögelt hat. Aber den Film mag ich nicht. Vermutlich weil Uschi Obermayr beim popkulturell nachbearbeiteten hocherotischen Poppen auf Dope zu Lavalampen-Licht jedesmal vergisst, Itchycoo Park anzuschmeissen. Stattdessen läuft halt Ville Vallo. Aber der ist ja auch OK, nur eben nicht zum Poppen, wenn man nicht gerade auf Goth-Mädchen steht. Aber die Obermayr wäre heute Goth-Mädchen, wenn nicht schlimmeres.
Doch zurück zur Kiffer-Mucke: Ich empfehle allen Kiffern, die von der Schwerkraft niedergedrückt und rotäugig im Kreis beisammensitzen irgendwas von The Offspring oder ähnliche nervösen Krach. Das werde ich dann auch bei nächster Gelegenheit auf einer WG-Party anschmeißen, wenn sich am Küchentisch wieder einige Schwerkraft-Versager sammeln und die Tüte die Runde macht. Wenn sie alle schön breit sind, wird The Offspring voll aufgedreht und dann filme ich die Kiffer dabei, wie sie gaaaaaanz, gaaaaanz laaaaaangsaaaaaam zur Anlage kriechen, schneide das Rohmaterial zuhause am PC und unterlege es mit Wagner, um es hernach auf Youtube zu stellen.
Ja, das klingt nach einem Plan, den die Small Faces sicher auch gut gefunden hätten…
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Geschrieben in Allgemein | 0 Kommentare | Tags: Dope, Drogen, Goth, Kiffer, Kiffermusik, Mädchen, Mucke, Musik, WG-Party
