Unverschämtheit: Die Rappelkiste im iTunes-Store
14. Dezember 2008 von CRen
Jetzt hat es die “Rappelkiste“, die allerschlimmste hippieske 68er-Kacke aller Zeiten, tatsächlich noch in den iTunes-Store geschafft. Die Dreckspuppen Ratz und Rübe aus den alptraumhaftesten Stunden meiner Kindertage sind wieder da, als späte, antiautoritäre Rache der RAF-Romantiker an der deutschen Spaßgesellschaft. Ausgesandt, um Kindern so richtig schön die Welt zu erklären und kleine Menschen ganz groß zu versauen.
Wer diese CD auflegt, kann harmlose Kindergeburtstage in Weltuntergangsszenarien verwandeln. Folgsame Sharan-Kinder werden innerhalb von nur 28 Songs zu ungepflegten, autonomen Gremlins gehirngewaschen und unter Garantie nie wieder ein Wort glauben werden, was ihre Eltern ihnen sagen. Die Songs, die sich eher nach der frühen Nina Hagen und dem jungen Reinhard Mey anhören, als nach Kinderliedern und lassen vor meinem inneren Auge wilde und unverhütete Sex-Parties muffig-zotteliger Che-Guevara-Poeten mit überschminkten, charakterlosen Blumenkinder-Dumpfbacken aufleben, bei denen auch Kinder teilnehmen dürfen. Große Brillen, künstliche Wimpern, zuviel Lidschatten, üppige Schambehaarung und sehr schmutzige Füße sind ebenfalls ein Teil dieser geschmacklosen Schrecksekunde.
Subversiv werden die kleinen Menschen und MenschInnen im Rahmen der verlotterten, unter Opiaten entwickelten Alternativerziehung mit dem “Lied vom Geldverdienen und müden Eltern” darüber aufgeklärt, dass da ja was nicht stimmen kann, wenn Eltern müde seien. Die sollten nämlich für die unerzogenen Hippieblagen da sein und nicht den ganzen Tag arbeiten müssen! Welche Wirkung das auf die aktuelle Generation der mit der Rappelkiste aufgewachsenen hat, zeigt ein Blick in die Zeitschrift Neon, das neospießige Weltverbesserer-Fachblatt für inkonsequente Forderung sozialistischer Umbrüche. Da kann doch was nicht stimmen, jedenfalls sollte nicht noch einmal eine Generation mit Idealen wie aus der Rappelkiste herangezogen werden. Dann nämlich werden noch mehr Menschen mit dem SUV zum Biomarkt fahren, während ihre Lebensabschnittsgefährten an der Börse mit Windkraft-Aktien spekulieren.
Antiautoritär quäken die Plüschköpfe Ratz und Rübe dann noch andere Songs übermotiviert herunter. Grundsätzliches Leitmotiv: ICH-ICH-ICH und Gruppensex. “Hurra, wir schmusen, mit allen die uns gut gefallen”, so stimmt das Lied “Ich will den Vati heiraten” wohlverzogene Hippiekinder auf die oben erwähnte Massenorgie im Kommunenheim ein. Wir haben uns alle lieb und bumsen vor oder gar mit den Kindern, das haben wir schon auf dem Affenfelsen so gemacht, das ist ganz natürlich und Back-to-Nature und so hindert uns ja sowieso daran, Schuhe zu tragen oder Haare zu stutzen und wo wir gerade dabei sind auch an anderen kulturellen Errungenschaften wie Zahnbürste, Deodorant oder einfach nur Unterwäsche.
Da passen auch die songgewordenen Sponti-Sprüche auf dem Album ganz gut: “Nichts muss bleiben, wie es ist, alles können wir ändern.”
Dass das nicht stimmt, das mahnt die Neon (”amerikanische Verhältnisse!!!) und die Tatsache, dass selbst die Alternativ-Nazis ihren Dreck jetzt im Laden des notorischen Turbokapitalisten, Monopolisten, Umweltverschmutzers und obendrein Amerikaners Steve Jobs verkaufen müssen, damit ihn verquere Revolutions-Nostalgiker auf dem iPod mitnehmen können.
Und damit Ihr meinen Horror teilen könnt:
Titelmusik – was das Leben diesen Kindern wohl noch für Überraschungen bereitet hat? Die müssten jetzt Mitte 30 sein…
“Kinder kommen sowieso überhaupt nicht ins Gefängnis” - Ein wunderbares Lehrstück über böses Geld, böse Erwachsene und böse, dreiste, egoistische Scheißdreckspuppen.
KLASSENKAMPF!!!
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1 Reaktion zu “Unverschämtheit: Die Rappelkiste im iTunes-Store”
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Geschrieben in Allgemein | Kommentar | Tags: 1968, Alternative, Erziehung, Kinder, Rappelkiste, Ratz, Rübe

Tja - und ich schäme mich nicht mal dafür: Ich bin eines dieser Kinder aus dem Titelvorspann - wirklich! Und ich bin jetzt 40…
Die Scene wurde in München gedreht, wo ich damals wohnte und ein Verwandter war im Casting tätig. Ich bekam dafür 20 Mark.
Später habe ich noch 3 oder 4 mal als Statist mitgewirkt. leider hat es für eine Filmkarriere nicht gereicht und es ist trotzdem etwas aus mir geworden, auch wenn ich noch heute Authoritäten ablehne und daher konsequent selbstständig arbeite